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Werbungskosten

Verlinkter Auszug aus dem Steuerbuch 2000 vom Bundesministerium für Finanzen... Achtung: Dies ist ein "offizielles Dokument" in dem ausschließlich die gestrenge Meinung der obersten Finanz dargelegt wird. Die aufgezählten Beispiele sind natürlich nicht vollständig. Siehe dazu die allgemeine Definition der Werbungskosten.

Vorbemerkungen

Arbeitskleidung

Arbeitsmittel

Arbeitszimmer

Aus- und Fortbildungskosten

Betriebsratsumlage

Computer

Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten

Fachliteratur

Fehlgelder

Internet

Kraftfahrzeug

Reisekosten

Sprachkurse

Studienreisen

Telefonkosten

Pauschalbeträge für bestimmte Berufsgruppen

Individualpauschalierung

 

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten eines Arbeitnehmers sind Aufwendungen oder Ausgaben, die beruflich veranlasst sind, also in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einer nichtselbständigen Tätigkeit stehen.

Bestimmte Werbungskosten werden vom Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug automatisch berücksichtigt, vor allem Pflichtversicherungsbeiträge, Kammerumlagen, Wohnbauförderungsbeiträge.

Das Pendlerpauschale können Sie beim Arbeitgeber durch eine Erklärung mit dem Formular L 34 geltend machen. Weitere Werbungskosten können Sie nachträglich beim Finanzamt im Wege der Arbeitnehmerveranlagung beanspruchen.

Was ist bei Werbungskosten generell zu beachten?

Prinzipiell müssen Werbungskosten durch entsprechende Nachweise (Rechnungen, Quittungen, Fahrtenbuch) belegt werden. Wenn nach Art und Höhe ein Nachweis nicht möglich ist, genügt die Glaubhaftmachung.

Bitte schicken Sie keine Rechnungen an das Finanzamt. Bewahren Sie die Belege aber sieben Jahre lang auf, da sie über Aufforderung dem Finanzamt vorgelegt werden müssen.

Was ist das Werbungskostenpauschale?

Jedem aktiven Arbeitnehmer steht ein Werbungskostenpauschale in der Höhe von 1.800 S jährlich zu. Dieses Pauschale wird unabhängig davon, ob Werbungskosten anfallen oder nicht, von der Lohnsteuerbemessungsgrundlage abgezogen. Die nachfolgend dargestellten Werbungskosten wirken sich daher nur dann steuermindernd aus, wenn sie insgesamt mehr als 1.800 S jährlich betragen.

Beispiele Werbungskosten:
Arbeitskleidung
Arbeitsmittel
Arbeitszimmer
Aus- und Fortbildungskosten
Betriebsratsumlage
Computer
Doppelte Haushaltsführung
Fachliteratur
Familienheimfahrten
Fehlgelder
Internet
Kraftfahrzeug
Reisekosten
Sprachkurse
Studienreisen
Telefonkosten  

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Arbeitskleidung

Typische Berufskleidung oder Arbeitsschutzkleidung kann als Bekleidungsaufwand geltend gemacht werden. Kleidung, die üblicherweise auch privat getragen wird, kann nicht abgeschrieben werden, wie etwa die Ausgaben für ein Kostüm oder für einen Anzug, selbst wenn eine solche Bekleidung am Arbeitsplatz verlangt wird.

Werbungskosten sind z.B. Schlosseranzug, Maleranzug, Asbestanzug, Monteuranzüge und Arbeitsmäntel, ,  Kochanzug, Fleischerschürze,

Die Reinigungskosten für Ihre Berufskleidung können Sie nur dann absetzen, wenn dafür eine Rechnung einer Reinigungsfirma vorliegt.  

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Arbeitsmittel und Werkzeuge

Darunter fallen Wirtschaftsgüter, die überwiegend zur Ausübung einer Berufstätigkeit verwendet werden, wie z.B.

Fachliteratur , Motorsäge bei Forstarbeitern, Messer bei Fleischern oder Köchen, 

Arbeitsmittel und Werkzeuge, die nicht mehr als 5.000 S (geringwertige Wirtschaftsgüter) kosten, können zur Gänze in dem Kalenderjahr abgesetzt werden, in dem sie angeschafft wurden. Übersteigt die Nutzungsdauer ein Jahr und liegen die Anschaffungskosten über 5.000 S, können sie nur verteilt über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgesetzt werden (Absetzung für Abnutzung – AfA). Werden Werkzeuge oder Arbeitsmittel nach dem 30. Juni des betreffenden Jahres angeschafft, kann für das erste Jahr nur die halbe AfA abgesetzt werden; siehe Beispiel beim Stichwort "Computer".  

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Arbeitszimmer

Die Aufwendungen für ein in der Privatwohnung eingerichtetes Arbeitszimmer einschließlich Einrichtung sind normalerweise nicht abzugsfähig. Abzugsfähige Ausgaben dafür liegen nur dann vor, wenn das Arbeitszimmer (nahezu) ausschließlich beruflich genutzt wird und den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet. Dies ist insbesondere bei Heimarbeitern, Heimbuchhaltern oder Teleworkern der Fall, nicht aber bei Lehrern, Richtern, Politikern, Berufsmusikern, Vertretern oder Künstlern.

Aufwendungen für ein beruflich notwendiges, außerhalb des Wohnungsverbandes gelegenes Arbeitszimmers können als Werbungskosten abgesetzt werden.

Als Werbungskosten im Zusammenhang mit einem Arbeitszimmer kommen folgende anteilige Kosten in Betracht: Mietkosten, Betriebskosten (Beheizung, Beleuchtung, Versicherung, etc.), bei Eigenheimen oder Eigentumswohnungen eine Absetzung für Abnutzung (AfA) sowie Finanzierungskosten.

Einrichtungsgegenstände eines - wenn auch steuerlich anzuerkennenden - Arbeitszimmers sind grundsätzlich nicht abzugsfähig.

Hinweis: EDV-Ausstattung (einschließlich Computertisch), Schreibmaschine, Fax, etc. gelten - im Ausmaß der beruflichen Nutzung - als Arbeitsmittel. Es schadet daher nicht, dass sie in der Wohnung stehen und kein steuerlich anzuerkennendes Arbeitszimmer besteht.  

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Aus- und Fortbildungskosten

Bis zum Veranlagungsjahr 1999 kann man nur Kosten für Fortbildungsmaßnahmen im jeweils ausgeübten Beruf absetzen. Nicht zu den Fortbildungskosten zählen z.B. die Kosten einer Handelsschule, Handelsakademie, einer höheren technischen Lehranstalt, einer Fachhochschule oder einer pädagogischen Akademie. Diese Kosten sind Ausbildungskosten.

Ab dem Jahr 2000 können auch diese Ausbildungskosten geltend gemacht werden, und zwar dann, wenn sie mit dem ausgeübten oder einem damit verwandten Beruf in Zusammenhang stehen. Abzugsfähig sind daher z.B. die Aufwendungen eines Buchhalters, der am Abend eine HAK besucht oder eines Technikers, der eine HTL besucht.

Nicht abzugsfähig sind die Kosten für allgemeinbildende Schulen (z.B. Hauptschule, Mittelschule) oder ein Universitätsstudium.

Voraussetzung für die Absetzbarkeit der Kosten für berufsbildende Schulen ist, dass sie neben dem Beruf, für den die Ausbildung benötigt wird, besucht werden. Für Ferialpraktikanten oder Schulabgänger (für den Schulabschluss) sind diese Kosten daher keine Werbungskosten.

Kaufmännische oder bürotechnische Grundausbildungen (z.B. EDV-Kurse, Internet-Kurse, Maschinschreibkurse, Einführungskurse in Buchhaltung, Kostenrechnung, Lohnverrechnung oder Steuerlehre) sind immer abzugsfähig.

Nicht abzugsfähig sind Ausbildungen, die hauptsächlich die Privatsphäre betreffen, etwa die Kosten für den B-Führerschein, für Sportkurse oder für Persönlichkeitsbildung. Die Kosten für den C-Führerschein kann man abschreiben, wenn man den Führerschein für den ausgeübten oder verwandten Beruf braucht.

Grundsätzlich sind Aus- und Fortbildungskosten nur dann abzugsfähig, wenn man schon einen Beruf ausübt. Fortbildungskosten für eine künftige Tätigkeit können bei nachweislicher Jobzusage aber bereits abgesetzt werden.

Unter die Aus- und Fortbildungskosten fallen vor allem die eigentlichen Kurskosten (Kursbeitrag), Kosten für Unterlagen, die Fahrtkosten und allenfalls Tagesdiäten (für die ersten fünf Tage, wenn der Kurs nicht am Wohnort oder Arbeitsort stattfindet) sowie Nächtigungskosten.  

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Betriebsratsumlage

Die Betriebsratsumlage wird zwar bei der Lohnverrechnung einbehalten, wirkt sich jedoch bei der laufenden Lohnabrechnung nicht steuermindernd aus. Sie kann aber im Wege der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden.  

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Computer

Aufwendungen für Computer und Zubehör (z.B. Drucker oder Scanner) sind Werbungskosten, wenn eine berufliche Verwendung vorliegt. Steht der Computer in der Wohnung, ist das Ausmaß der beruflichen Nutzung vom Arbeitnehmer nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Ohne besonderen Nachweis wird - wenn eine wesentliche Nutzung als Arbeitsmittel dem Grunde nach glaubhaft gemacht wird - ein Privatanteil von 40% angenommen.

Die Anschaffungskosten eines Computers sind über die Absetzung für Abnutzung (AfA) auf Basis einer zumindest vierjährigen Nutzungsdauer abzuschreiben. PC, Bildschirm und Tastatur stellen eine Einheit dar. Werden Zubehörteile unter 5.000 Schilling - wie Maus, Drucker oder Scanner - nachträglich angeschafft, können sie als geringwertiges Wirtschaftsgut zur Gänze steuerlich abgesetzt werden.

Auch sämtliche mit dem Betrieb des Computers verbundene Aufwendungen wie PC-Tisch, Software, Disketten, Handbücher, Papier sind nach Maßgabe der beruflichen Nutzung absetzbar.  

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Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten

Wer eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes braucht, weil der Familienwohnsitz zu weit weg ist, um täglich nach Hause zu fahren (jedenfalls bei einer Entfernung von mehr als 120 km), kann die Aufwendungen für diese Wohnung als Werbungskosten geltend machen. Es dürfen beispielsweise Miet- und Betriebskosten und auch Einrichtungsgegenstände (je nach örtlichen Gegebenheiten bis zu 30.000 S monatlich geltend gemacht werden.

Weiters können Aufwendungen für Familienheimfahrten bis zu einem Höchstbetrag von 2.400 S pro Monat als Werbungskosten abgesetzt werden. Als Fahrtkosten sind die Aufwendungen für das jeweils benützte Verkehrsmittel zu berücksichtigen (z.B. Bahnkarte, Kilometergeld).

Verheiratete oder in eheähnlicher Gemeinschaft (auch ohne Kind) Lebende können diese Werbungskosten auf Dauer absetzen, wenn beide Partner steuerlich relevante Einkünfte erzielen. Ist der Partner nicht berufstätig, können sie für eine Dauer von zwei Jahren beansprucht werden. Bei Alleinstehenden ist die doppelte Haushaltsführung mit sechs Monaten befristet. In Berufszweigen mit typischerweise hoher Fluktuation (z.B. im Baugewerbe), kann auch ein längerer Zeitraum gerechtfertigt sein.

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Fachliteratur

Aufwendungen für Fachbücher (oder entsprechende elektronische Datenträger) sind als Werbungskosten absetzbar. Aus dem Beleg muss der genaue Titel des Werkes hervorgehen. Die Bezeichnung "diverse Fachliteratur" reicht nicht aus. Allgemein bildende Werke wie Lexika oder Nachschlagewerke gelten nicht als Fachliteratur. Auch Aufwendungen für Zeitungen stellen grundsätzlich privaten Aufwand dar.  

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Fehlgelder

Kassenfehlbeträge, die der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ersetzen muss, sind Werbungskosten.  

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Internet

Der allgemeine Internet-Nutzungs-Beitrag (Provider-Gebühr) ist grundsätzlich nicht abzugsfähig. Zusätzliche Aufwendungen für beruflich veranlasste spezielle Anwendungsbereiche (z.B. Gebühr für die Nutzung eines Rechtsinformationssystems) sind hingegen Werbungskosten.  

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Kraftfahrzeug

Beruflich veranlasste Kfz-Kosten können entweder in Form von Kilometergeldern oder im tatsächlich nachgewiesenen Umfang als Werbungskosten berücksichtigt werden. Die Kilometergelder decken folgende Kosten ab:  

Absetzung für Abnutzung, Benzin, Öl, Servicekosten und Reparaturkosten,

Kilometergelder können jährlich für maximal 30.000 beruflich gefahrene Kilometer abgesetzt werden. Anstelle der Kilometergelder können die oben angeführten Kosten auch in tatsächlicher Höhe entsprechend der beruflichen Nutzung abgesetzt werden. Eine (anteilige) Absetzung für Abnutzung sowie die Kilometergelder können nur bei Verwendung eines eigenen Kraftfahrzeuges beansprucht werden.

Hinweis: Neben dem Kilometergeld können Schäden auf Grund höherer Gewalt (insbesondere Reparaturaufwand nach unverschuldetem Unfall, Steinschlag), die sich im Rahmen eines beruflichen Kfz-Einsatzes ereignen, als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Zum Nachweis der beruflichen Jahresfahrleistung sollten Sie ein Fahrtenbuch mit Datum, Kilometerstand, Ausgangs- und Zielpunkt, Zweck der einzelnen Fahrt und beruflich zurückgelegte Tageskilometer führen. Ist ein Nachweis über die Verwendung des Kfz auch mit anderen Unterlagen möglich (z.B. Reisekostenabrechnung gegenüber dem Arbeitgeber), ist kein Fahrtenbuch notwendig.  

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Reisekosten

Das Einkommensteuergesetz kennt "Dienstreisen" und "beruflich veranlasste Reisen". Eine Dienstreise liegt vor, wenn der Arbeitnehmer über Auftrag des Arbeitgebers außerhalb des Dienstortes tätig wird. Reisekostenersätze des Arbeitgebers sind hierfür innerhalb der vorgesehenen Grenzen steuerfrei. (Siehe Stichwort "Dienstreisen"). Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber keine oder nicht die maximal möglichen Reisekostenersätze, dann kann er seine Aufwendungen bei beruflich veranlassten Reisen als Werbungskosten geltend machen.

Eine beruflich veranlasste Reise liegt vor, wenn der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen eine Reise über eine größere Entfernung (in einer Richtung mehr als 25km Fahrtstrecke) unternimmt. Dabei muss die Reisedauer mehr als drei Stunden (mehr als fünf Stunden bei Auslandsreisen) betragen, außerdem darf kein weiterer Mittelpunkt der Tätigkeit begründet werden.

Eine berufliche Veranlassung kann - anders als bei einer Dienstreise - auch ohne Auftrag des Dienstgebers gegeben sein (z.B. bei Berufsfortbildung, zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes). Absetzbare Aufwendungen ("Reisekosten") wie Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwand und Nächtigungsaufwand müssen vom Steuerpflichtigen selbst getragen werden. Steuerfreie Reisekostenersätze des Arbeitgebers vermindern daher den jeweils abzugsfähigen Aufwand.

Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind im tatsächlich angefallenen Umfang (Kraftfahrzeug, Bus, Bahn, etc.) Werbungskosten, auch wenn die Mindestentfernung von 25 km und die Mindestdauer von drei oder fünf Stunden unterschritten werden. Auch für Fahrten zwischen zwei oder mehreren Mittelpunkten der Tätigkeit stehen Fahrtkosten zu. Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind hingegen bereits durch den Verkehrsabsetzbetrag und ein gegebenenfalls zustehendes Pendlerpauschale zur Gänze abgegolten. Welche absetzbaren Aufwendungen sich bei beruflicher Nutzung eines eigenen Kraftfahrzeuges ergeben können (z.B. Kilometergeld oder tatsächlich erwachsener beruflicher Kfz-Aufwand), finden Sie unter dem Stichwort "Kraftfahrzeug".

Tagesgelder bei beruflich veranlassten Reisen

Soweit eine beruflich veranlasste Reise mehr als drei Stunden dauert, können für jede angefangene Stunden 30 S (max. 360 S pro Tag) an Tagesdiäten abgesetzt werden. Dauert eine Reise z.B. 4 ½ Stunden, stehen 150 S Tagesgeld zu. Das gilt auch dann, wenn höhere Kosten nachgewiesen werden.

Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber keine oder geringere als die oben angeführten Reisekostenersätze steuerfrei erhalten, können die genannten Beträge beim Finanzamt geltend machen (Differenzwerbungskosten).

"Differenzreisekosten" sind aber nicht absetzbar, wenn ein "weiterer Mittelpunkt" der Tätigkeit begründet wird. Ein weiter Mittelpunkt der Tätigkeit wird begründet, wenn 
man länger als fünf Tage an ein und demselben Einsatzort durchgehend tätig wird oder

Erfolgt bei den ersten beiden Beispielen innerhalb von sechs Kalendermonaten kein Einsatz an dem "neuen" Tätigkeitsmittelpunkten, lebt der Anspruch auf Tagesdiäten wieder auf.

Nächtigungsgelder bei beruflich veranlassten Reisen

Ist die beruflich veranlasste Reise mit einer Nächtigung verbunden, können entweder die Kosten inklusive Frühstück laut Beleg oder das Nächtigungspauschale von 200 S pro Nächtigung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Bei Nächtigungen auf Auslandsreisen kann ohne Belegnachweis der jeweiligen Höchstsatz für Bundesbedienstete pro Nächtigung abgesetzt werden.

Wird vom Arbeitgeber kostenlos eine Nächtigungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt, steht das Nächtigungspauschale nicht zu. Allfällige zusätzliche Aufwendungen (z.B. für das Frühstück) können aber geltend gemacht werden. Ohne Beleg sind sie im Schätzungsweg mit 60 S pro Nächtigung anzusetzen.  

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Sprachkurse

Sprachausbildungen sind dann abzugsfähig, wenn man die Sprache im Beruf braucht (z.B. als Sekretär, Telefonist, Kellner, Hotelangestellter oder als Exportsachbearbeiter). Bei Sprachausbildungen im Ausland werden nur die Kurskosten berücksichtigt, nicht aber die Aufenthalts- und Fahrtkosten.  

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Studienreisen

Aufwendungen für Studienreisen gehören nur dann zu den Berufsfortbildungskosten, wenn sie eindeutig von Privatreisen abgegrenzt werden können und folgende Voraussetzungen vorliegen:

Die Planung und Durchführung der Reise erfolgen entweder im Rahmen einer lehrgangsmäßigen Organisation oder in einer anderen Weise, die den beruflichen Anlass einwandfrei erkennen lässt. Die erworbenen Kenntnisse müssen einigermaßen konkret im Beruf verwertbar sein. Das Tagesprogramm muss - orientiert an der Normalarbeitszeit - durchschnittlich 8 Stunden täglich betragen.

Liegen diese Voraussetzungen vor, sind alle damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen (z.B. Fahrtkosten, Aufenthaltskosten, Teilnahmegebühren, Kongressunterlagen) als Werbungskosten absetzbar. Bei Studienreisen mit Mischprogramm können nur eindeutig abgrenzbare Fortbildungskosten (z.B. Teilnahmegebühren, Kongressgebühren) als Werbungskosten abgesetzt werden.  

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Telefon, Handy

Kosten für beruflich veranlasste Telefonate sind im tatsächlichen Umfang als Werbungskosten absetzbar. Bei privaten Telefonen kann der nachgewiesene oder glaubhaft gemachte beruflich veranlasste Teil an den Gesprächs- und Grundgebühren geltend gemacht werden, bei Mobiltelefonen (Handy) auch die aliquoten Anschaffungskosten.  

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Pauschalbeträge für Werbungskosten bestimmter Berufsgruppen

Für einige Berufsgruppen sind pauschalierte Werbungskosten vorgesehen. Sie können ohne Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen im Wege der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. Dabei ist der Abgabenerklärung eine Bestätigung des Arbeitgebers beizulegen, aus der folgende Daten hervorgehen:

die ausgeübte Tätigkeit (Berufsgruppe),  der Umstand, dass die Tätigkeit ausschließlich ausgeübt wird,  der Zeitraum der Tätigkeit und allfällige Unterbrechungen, bei Fernsehschaffenden die Anzahl der Auftritte, Kostenersätze, ausgenommen bei Vertretern

Zusätzlich zum Pauschalbetrag können keine weiteren (auch keine außerordentlichen) Werbungskosten aus dieser Tätigkeit abgesetzt werden. Hat jemand höhere Werbungskosten, so kann er anstelle der Pauschalbeträge seine gesamten tatsächlichen Kosten geltend machen.

Für folgende Berufsgruppen sind Werbungskosten Pauschalbeträge vorgesehen:

Artisten 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens 36.000 S jährlich

Bühnenangehörige, andere auf Bühnen auftretende Personen, Filmschauspieler 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens 36.000 S jährlich  

Fernsehschaffende, wenn sie regelmäßig auf dem Bildschirm erscheinen 7,5% der Bemessungsgrundlage: höchstens 54.000 S jährlich

Journalisten 7,5% der Bemessungsgrundlage, höchstens 54.000 S jährlich

Musiker 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens 36.000 S jährlich

Forstarbeiter ohne Motorsäge 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens 24.000 S jährlich, Forstarbeiter mit eigener Motorsäge 10% der Bemessungsgrundlage, höchstens 36.000 S jährlich

Förster im Revierdienst  5% der Bemessungsgrundlage, höchstens 24.000 S jährlich

Hausbesorger 15% der Bemessungsgrundlage, höchstens 48.000 S jährlich

Heimarbeiter 10% der Bemessungsgrundlage, höchstens 36.000 S jährlich

Vertreter 5% Bemessungsgrundlage, höchstens 30.000 S jährlich

Erstreckt sich die Tätigkeit nicht auf das ganze Jahr, ist der Werbungskosten-Pauschalbetrag entsprechend zu aliquotieren.

Vom Arbeitgeber steuerfrei ausbezahlte Kostenersätze (z.B. Tages- und Nächtigungsgelder und Kilometergelder bei Dienstreisen) kürzen den jeweiligen Pauschalbetrag, ausgenommen bei Vertretern. Zur Ermittlung der dann richtigen Bemessungsgrundlage wird der Lohnzettel des betreffenden Kalenderjahres herangezogen.

Jahresbruttobezug
       Steuerfreie Bezüge
       steuerbegünstigte Sonderzahlungen
=     Basis für Werbungskostenpauschalbeträge  

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Individualpauschalierung

Für die Jahre 2000 bis 2002 besteht die Möglichkeit einer Individualpauschalierung. D.h., Sie können für diese Jahre (oder für einzelne dieser Jahre) Werbungskosten ohne Nachweis und ohne weitere Prüfung mit Ihrem persönlichen Pauschalsatz geltend machen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie

in den Jahren 1997 bis 1999 beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren und in diesen drei Jahren die Werbungskosten und ihr Verhältnis zu den Einnahmen gleichmäßig waren.

Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die Werbungskosten der einzelnen Jahre 1997 bis 1999 vom arithmetischen Mittel der Werbungskosten dieser Jahre um nicht mehr als 20% abweichen. Das arithmetische Mittel stellt gleichzeitig den Höchstbetrag für die Jahre 2000 bis 2002 dar. Außerdem muss das prozentuelle Verhältnis zwischen den Einnahmen und Werbungskosten gebildet und das arithmetische Mittel errechnet werden. Das prozentuelle Verhältnis darf in den einzelnen Jahren um nicht mehr als 20% davon abweichen.

Beispiel:
Ein Abeitnehmer hatte in den Jahren 1997 bis 1999 folgende Einnahmen bzw. Werbungskosten:

 

Einnahmen

Werbungskosten

Verhältnis Einnahmen/ Werbungskosten

1997

300.000

45.000

15,00%

1998

320.000

50.000

15,63%

1999

350.000

55.000

15,71%

arithmetisches Mittel

323.333

50.000

15,45 %

Die Individualpauschalierung ist in diesem Fall anwendbar, weil  

die Werbungskosten der einzelnen Jahre um nicht mehr als 20% von 50.000 S abweichen und 
das prozentuelle Einnahmen/Werbungskostenverhältnis der einzelnen Jahre um nicht mehr als 20% von 15,45% abweicht.

Der persönliche Pauschalierungssatz für die Jahre 2000 bis 2002 beträgt 15,45% der Einnahmen des jeweiligen Jahres, höchstens allerdings 50.000 S.

Die Pauschalierung gilt nur für Einkünfte bei jenem Arbeitgeber, bei dem Sie bereits 1997 bis 1999 beschäftigt waren.

Unter die Pauschalierung fallen nur Werbungskosten, die der Arbeitgeber nicht berücksichtigen kann. Die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung, das Pendlerpauschale oder Beiträge zu Interessenvereinigungen (Gewerkschaftsbeitrag) müssen neben den pauschalen Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn sie nicht ohnehin bereits vom Arbeitgeber abgezogen wurden.

Zur Ermittlung Ihres persönlichen Pauschalierungssatzes und zur Prüfung, ob eine Gleichmäßigkeit bei Ihren Werbungskosten vorliegt, wird es beim Finanzamt ein eigenes Formular geben, das Sie der Arbeitnehmerveranlagung beilegen müssen.  

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